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Nach einiger Zeit TV-Abstinenz
kam bei Zwergy und mir der Wunsch, mal wieder eine TV-Show zu
besuchen. Leider macht Thomas kaum noch was in Köln, und
Berlin und München waren uns immer zu weit für eine Sendung
oder einen Auftritt. Andererseits hörten wir immer nur Gutes
über die Shows von „Best Of Formel Eins“, die zu Beginn
und zum Abschluss einer jeden Staffel laufen und in denen
zahlreiche Stars der 80er live auftreten. Die Aussichten,
Thomas an zwei Abenden als Moderator und dazu noch einige
Gruppen und Sänger/Sängerinnen live zu erleben und nebenbei
die schöne Stadt München mal wieder (bzw. zum ersten Mal in
Zwergys Fall) zu besuchen, ließen uns zum Entschluss kommen
und Karten ordern. Aus verschiedenen persönlichen Gründen
verzichteten wir auf die Autofahrt (München liegt vom
Ruhrgebiet aus nicht gerade um die Ecke) und flogen am
Mittwoch, dem 8. Juni 2005, am sehr frühen Morgen um 6:45 Uhr
von Köln-Bonn nach München. Um 1:30 Uhr klingelte der Wecker
(*gääähn*), um 2:30 Uhr fuhren wir los und um 3:20 Uhr
standen wir im Parkhaus am Flughafen. OK, das war zu früh,
denn der Schalter von Germanwings öffnete um 5:00 Uhr, also
knapp 2 Stunden vor Abflug. Aber sicher ist sicher, und nichts
ist schlimmer, als auf der Autobahn die Panik zu kriegen, dass
man den Flieger verpassen könnte! Zum Glück hatte die Bäckerei
schon geöffnet und so gab’s erst mal einen
Hallo-Wach-Capuccino.
Den einstündigen Flug genossen
wir sehr, denn wir hatten schönes Wetter und man konnte vom
Flugzeug aus gut die Landschaft sehen. Nach der Landung fuhren
wir mit der S-Bahn zum Hauptbahnhof und bewältigten den Weg
zum Hotel zu Fuß (natürlich Ibis, man will sich ja nicht ständig
umgewöhnen...).
Am Mittwoch in der ersten Show
haben wir schon das Highlight der Aufzeichnungen von „Best
Of Formel Eins - Die Show“ erlebt - zumindest für die
Modern-Talking-Fans! Es fing damit an, dass Thomas auf der
Leinwand Fotos von seinen Moderationskollegen zeigte, wie sie
damals ausgesehen haben. Das Ganze war mit „Modesünden“
betitelt. In den 80ern gab es, so sagte Thomas, nicht nur zum
Teil ganz schreckliche Musik, auch die Mode war ziemlich
eigenartig. In einer Ecke der Bühne lehnte in der Zeit ganz
unschuldig ein Umhänge-Keyboard an der Wand und davor stand
ein Styroporkopf mit einer dunklen Langhaarperücke... (man
konnte schon ahnen, was noch kommen sollte). Während Thomas
so schön am Lästern war, kamen die anderen Moderatoren -
Ingolf Lück, Peter Illmann, Kai Böcking und Stefanie Tücking
- in lustigen 80er-Jahre-Verkleidungen auf die Bühne und
meinten, Thomas dürfe sich darüber gar kein Urteil erlauben,
schließlich war sein Aussehen in den 80ern auch sehr
speziell. Aber warum Fotos zeigen, wenn man das Original hier
stehen hat? Blitzschnell wurde er in den „Urzustand“
versetzt, dazu kamen das Keyboard, die Perücke und eine
Goldkette mit riesigen Buchstaben zum Einsatz. *g* Passend
dazu wurde „You’re My Heart, You’re My Soul“ gespielt.
Das musste auch sein, sonst hätte was gefehlt! Außerdem
bekam Thomas „fünf Mark für’s Solarium“ von Ingolf
geschenkt. Thomas bemerkte, dass die Originalkette gar nicht
so groß gewesen sei. Aber in 20 Jahren können sich die
Dimensionen in der Erinnerung schon mal verschieben. ;-)
Im Laufe der Show gab es noch
einige witzige Situationen, weil die Dialoge der Moderatoren
perfekt aufeinander abgestimmt sind und sich das Team offenbar
gut versteht. So wurde zum Beispiel Frl. Menke mit ihrem Titel
„Tretboot in Seenot“ von Ingolf mit einem Schlauchboot
angekündigt, und Thomas erklärte, dass er nicht in die
Kategorie „Reibeisenstimmen“ passt.
Die Mitwirkenden und Themen am
Mittwoch:

- Shannon: Let The Music Play
- Family Business (MAZ)
- The Real Thing: You To Me Are Everything
- Fräuleinwunder (MAZ)
- Frl. Menke: Tretboot in Seenot
- Gitarrengötter (MAZ)
- Hooters: All you zoombies
- Visage: Fade To Grey
- Comedy-Pop aus Deutschland
- EAV: Medley aus Banküberfall, Märchenprinz u. Küß die
Hand
- Reibeisenstimmen (MAZ)
- Remixes (MAZ)
- Extrabreit: Hurra, Hurra, die Schule brennt
- One Hit Wonder (MAZ)
- (Interpret?): It’s Cold Outside
- Supergruppen (MAZ)
- Barclay James Harvest: Hymn
- Boygroups der 80er (MAZ)
- Heaven 17: Temptation
Am nächsten Tag war das Studio
noch voller und die Stimmung mindestens genauso gut. An beiden
Tagen wurde dem Publikum für die gute Mitarbeit gedankt. Zur
Unterstützung bei Balladen wurden einige Hände voll
Feuerzeuge in die Menge geworfen und als Aufheiterung gab es
noch kleine Tüten Ahoj-Brausepulver in Kabel-Eins-Aufmachung.
Auch am Donnerstag wurde Thomas von seinen Moderationskollegen
„auf’s Korn“ genommen. Stefanie kam mit Ingolf an ihrer
rechten und Kai an ihrer linken Seite auf die Bühne und
meinte zu den weiblichen Zuschauern, man würde sich als Frau
automatisch klein und schlank fühlen, wenn man große Herren
bei sich hat. Gleich darauf kam der Vergleich, dass es auch
kleinere Herren gibt, und Ingolf und Kai nahmen Thomas in ihre
Mitte. Naja, was soll’s, Thomas zuckte mit den Schultern.
Wahre Größe kommt sowieso von innen, oder? ;-)
Die Mitwirkenden und Themen am
Donnerstag:
- Opus: Live Is Life
- Deutscher Schlager (MAZ)
- Mary Roos: Aufrecht geh’n
- Murray Head: One Night in Bangkok
- Soul (MAZ)
- Sister Sledge: Lost In Music
- Very British (MAZ)
- Paul Young: Love Of The Common People
- One Hit Wonder (MAZ)
- Hazell Dean: Who’s Leaving Who?
- Remakes (MAZ)
- Hooters: Johnny B. / All You Zombies
- Fräuleinwunder (MAZ)
- Ixi: Knutschfleck
- Powerfrauen (MAZ)
- Alannah Myles: Black Velvet
- Duos (MAZ) <— Wieder mal ohne Modern Talking!!!
- T.X.T.: Girls Got A Brandnew Toy
- Zeitlos (MAZ)
- Dexy’s Midnight Runners: Come On Eileen
- Sommerpausenhits (MAZ)
- Foreigner: Waiting For A Girl Like You / Juke Box Hero
Teilweise kamen einem die
Originalinterpreten von damals schon etwas seltsam vor,
nachdem 20 Jahre vergangen sind. Einige Sänger und Sängerinnen
sahen optisch doch sehr gealtert aus, zum Beispiel der Sänger
von Extrabreit mit vielen Falten im Gesicht, oder der Sänger
von Barclay James Harvest, der immer noch Vollbart und dichte
Mähne trägt, allerdings jetzt in Grau. Ixi, die als ca. 20-Jährige
den „Knutschfleck“ besang, kam nun als Frau um die 40 auf
die Bühne. Sie lieferte einen sehr temperamentvollen
Auftritt, wurde aber mit den Worten angekündigt, dass sie am
Tag nach der Ausstrahlung ihren beiden Töchtern im
Teenie-Alter wohl eine Erklärung schuldig wäre, warum sie
damals so ein Lied sang.
An beiden Abenden war Thomas
schnell von der Bühne verschwunden, hatte wohl noch
Interviews oder dergleichen hinter der Bühne, während die
anderen Moderatoren und einige der musikalischen Gäste noch
Fotos im Studio machten. Am Donnerstag gelang uns am Ausgang,
als wir schon nicht mehr mit einem persönlichen Treffen mit
Thomas gerechnet hatten, mit Unterstützung von Manu und
Babette (Maria) doch noch das kleine Wunder. Die
Sicherheitsleute forderten uns immer ungeduldiger zum
Verlassen des Studios auf, doch Thomas nahm sich davon
unbeeindruckt noch ein paar Minuten Zeit zum Signieren unserer
Eintrittskarten und für ein paar Erinnerungsfotos. Dafür
vielen Dank an Thomas, denn das war nicht selbstverständlich!
Am Donnerstag hatten wir bis zum
Nachmittag Zeit für persönliche Unternehmungen und am
Freitag den ganzen Tag. Da das Wetter zwar nicht sehr warm,
aber zum Glück trocken war, konnten wir in der Innenstadt
einiges besichtigen: Stachus (Karlsplatz), Fußgängerzone,
Frauenkirche, Marienplatz, die Asamkirche (St. Johann Nepomuk,
ein barockes Kunstwerk), die Feldherrnhalle, das Kaffee- und
Delikatessenhaus Dallmayr (bekannt aus dem Fernsehen, aber es
gibt dort nicht nur Kaffee!), die Maximilianstraße mit dem
ehemaligen Geschäft von Rudolph Moshammer, das Hofbräuhaus
und zahlreiche Löwenskulpturen, die kunstvoll bemalt überall
in der Innenstadt zu sehen waren. Am Freitag waren wir im
Olympiapark und besichtigten München von oben vom Fernsehturm
herab. Die Aussichtsplattform befindet sich auf fast 200 m Höhe
und man hat bei gutem Wetter einen fantastischen Blick. Sogar
die Alpen konnten wir schemenhaft erkennen. Die neue
Allianz-Arena ist gar nicht zu übersehen, wie ein weißer
Reifen steht sie in der Landschaft. Dagegen kommt einem das
gute alte Olympiastadion richtig winzig vor. Das BMW-Museum
konnten wir nicht besichtigen, es ist geschlossen und nächstes
Jahr soll ein neues eröffnen. Zur Zeit sieht man aber nur
eine Großbaustelle...
Samstag um 11:45 Uhr flogen wir
wieder von München nach Köln und trudelten nach einem
abschließenden Mittagessen bei einem unserer
Lieblings-Chinarestaurants in Troisdorf wieder zu Hause ein.
Nun hieß es erst mal: Die vielen Eindrücke VERarbeiten und
noch mehr Fotos BEarbeiten!
Mein Dank geht auch an Zwergy für
ihren unermüdlichen und tatkräftigen Einsatz bei allen
Gelegenheiten, ohne den die vielen Aktivitäten gar nicht möglich
gewesen wären.
(c) Text und
Fotos: Mausi
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