|
Das
Jahr 2008 war ein Durchbruchsjahr für die polnischen Fans von Thomas Anders. Nach einer
mehrere Jahre dauernden Pause besuchte er mehrmals
hintereinander unser Land.
Es hatte mit den Konzerten in Plock und Ostroda begonnen, dann
folgte die kurze, aber großartige Show beim Sopot-Festival 2008,
und das neue Jahr 2009 begrüßten wir mit Thomas, der auf dem
Silvester-Konzert in Wroclaw auftrat. Das Event wurde im TV Live
übertragen. Danach warteten die polnischen Fans ungeduldig auf einen
weiteren Auftritt ihres Idols in Polen. Manche Glückliche, zu
denen auch ich mich zählen darf, fuhren zu Thomas nach Koblenz
zum 20. Jubiläumsfan-Treffen, was unsere Sehnsucht auf ein
weiteres Konzert nur noch verstärkte.
Mitte Mai erfuhren wir, dass
Thomas uns erneut besuchen würde. Diesmal sollte es ein Konzert
im Rahmen eines lokalen Festes „Dni Energetyka“ in Belchatow
geben, nicht weit weg von Lodz. Thomas’ Besuch in Polen wurde
von seinem polnischen Tourmanagement Solaris Music veranstaltet.
Es begannen für uns Fans Vorbereitungen für die Reise, Urlaub
musste genommen werden, Bus- und Bahnverbindungen sowie
Übernachtungsmöglichkeiten mussten geprüft werden. Auch an
Geschenke für Thomas und die Band wurde gedacht.
Zum Konzert
fuhr ich mit meiner Freundin Beata. Von unserer Heimatstadt
aus haben wir nach Belchatow einen recht weiten Weg. Deshalb brachen
wir am Sonntagmorgen mit dem Zug bereits um sechs Uhr auf und
dann stiegen wir in einen Bus um, der uns nach Belchatow
brachte. Vor Ort waren wir gegen 12:15 Uhr. Wir fanden den
Platz, auf dem bereits seit Samstag Auftritte zum Anlass der „Dni
Energetyka” stattfanden und wo viele Attraktionen eingerichtet
worden waren: ein kleiner Spielplatz, Cateringstände und das,
was uns am meisten interessierte: die Bühne. Das alles wurde auf
einem Platz vor einer Schule aufgebaut. Anfangs war der Platz
vor der Bühne leer, was uns Hoffnung auf Plätze in der ersten
Reihe während des Konzertes gab. Auftritte, die für Sonntag
geplant waren, sollten um 15:30 Uhr beginnen, daher beschlossen
wir zuerst etwas zu essen.
Ich war noch mit meinem Sandwich
beschäftigt, als ich vom Weiten merkte, dass auf der Bühne Nick,
Thomas’ Schlagzeuger, hin und her lief. Ich und Beata sprangen
sofort auf und rannten Richtung Bühne. Dort sahen wir: den
Gitarrist Lars, den Bassist Rob, den Keyboarder Wolfgang (der
diesmal Bernd Höfer ersetzte) und andere Musiker. Es begann der
Sound-Check. Anfangs waren wir die einzigen Personen, die die
Band bewunderten. Dann schlossen sich uns einige Leute an. Es lag uns sehr
daran, Fotos mit den Bandmitgliedern zu machen und sie kurz zu
sprechen, aber wir wollten den Sound-Check nicht unterbrechen.
Wir machten ein paar Bilder und drehten kurze Videoaufnahmen. Allerdings wollten wir mehr. Nachdem der
Sound-Check zu Ende gewesen war, gelang es uns, Rob zu uns rüber
zu bitten. Er sprang zu uns von der Bühne, die recht hoch war.
Wir stellten uns vor und überreichten ihm Geschenke: für Thomas
(wir baten Rob, dass er das Geschenk an seinen „Chef”
weitergibt) und extra für Rob. Danach machten wir Fotos mit
dem Bassist. Es war ein sehr nettes Treffen! Unsere Plätze an der
Absperrung wollten wir nicht mehr verlassen.
Kurz nach dem Sound-Check begann die
erste Show. Es trat eine zur Zeit sehr populäre Band Video auf,
nachher unterhielt das Publikum sehr erfolgreich die Comedy-Gruppe „Kabaret Mlodych Panow“ und danach erschien auf
der Bühne die Band „Zuki“ mit den größten Beatles-Hits u.ä. Vor
jedem Auftritt sammelte sich eine Zuschauergruppe, die sich dann
in den Pausen wieder auflöste. Zu den Leuten, die den Auftritt
von Zuki verfolgten, allerdings von der anderen Seite der
Absperrung, gehörte u.a. eine bekannte Person -
diejenigen, die die Live-DVD von der Fan-Party haben, werden
sich wohl an den Tourmanager von Thomas, Lutz-Rainer Seidel
erinnern. Noch vor dem Zuki-Konzert schlossen sich uns Bekannte
aus dem polnischen TA-Forum an. Es wurde noch lustiger. Nun
warteten wir nur noch auf den Star des Abends.
Das Konzert von Thomas
begann gegen 20:30 Uhr. Zuerst trat die Band auf die Bühne und
spielte ein kurzes Intro. Rob erkannte uns wohl, denn er
zwinkerte uns zu. Nach einer Weile betrat Thomas unter tosendem
Applaus des Publikums die Bühne und sang „Geronimo’s Cadillac”.
Thomas begrüßte uns mit den Worten: „Dobry wieczor Belchatow”.
Als nächstes sang er „You Are Not Alone” und danach „Jet
Airliner” sowie „Atlantis Is Calling”, während
dieses Liedes
hatte er kleine Probleme mit seinem In-Ear. Für einen Lacher
sorgte ein Fan, der bereits am Anfang des Konzertes aufdringlich
nach „YMHYMS” verlangte. Obwohl Thomas ihm versprach, den Song
später zu singen, wiederholte der Mann noch öfters seinen
Wunsch. Es folgten „China In Her Eyes” und „Give Me Peace On
Earth” mit einer rührenden Ansage. Eine echte Rarität sang
Thomas etwas später. Bereits nach dem 4. Song ließen sich aus
dem Publikum Rufe „Soldier!!! Soldier!!!“ hören. Die
Fans wollten Thomas dadurch dazu bewegen, den Song, der im
polnischen TA-Forum von den Fans zum besten Solotitel gewählt
worden war, zu singen. Und tatsächlich wurde unser Wunsch
erfüllt. Thomas sang „Soldier” und unsere Freude war
riesengroß!!! Es folgte noch ein weiterer Solotitel „King Of Love”. In der Ansage erwähnte
Thomas, dass er im Video zu diesem Song einen Pelz trug. Nach
dem König der Liebe war Zeit für eine Frau: Thomas fragte die
anwesenden Frauen, welche von uns Maria heiße und meinte, dass
dieser Name sehr wichtig für die Religion in Polen sei. Danach
sang er nicht nur für die Marias den Song „Maria“. Es ging
weiter im Latinostil mit „No Face, No Name, No Number”. Dann der
große 80.-Hit „You Can Win, If You Want” und der dynamische
„Sexy Sexy Lover”. Nach „Last Exit To Brooklyn“ stellte uns
Thomas seine Band vor. Jeder Musiker spielte ein kurzes Solo.
Wir hörten u.a. das Intro von „You Are Not Alone” gespielt von
Lars, das Intro von do „Beat It” von Michael Jackson gespielt
von Rob und „Jump” von Van Halen, das uns Wolfgang darbot. Neben
den Bandmitgliedern gab es noch eine weitere wichtige Person,
die präsentiert werden musste: natürlich „Brother Louie”.
Nach
diesem Song verließ Thomas für eine Weile die Bühne, aber die
Rufe der Fans ließen ihn zurückkehren. Und so sang er „Cheri
Cheri Lady”. Danach verschwand Thomas wieder. Das Publikum
skandierte „We want more” und unser Wunsch wurde erfüllt. Thomas
trat nochmals auf die Bühne und zusammen mit uns begann er „You’re
My Heart, You’re My Soul” zu singen. Das Publikum kannte den
Text ausgezeichnet. Dann sang er den großen Hit und das Publikum
sang den Refrain mit. Leider war dann das Konzert zu Ende.
Die
Fans bedankten sich bei Thomas und die
Musiker warfen in das Publikum Schlegel (Nick) und Handtücher.
Eines davon, das von Rob, wurde extra in unsere Richtung
geworfen. Nach einem kleinen „Kampf“, weil uns andere Fans das
Handtuch aus den Händen reißen wollten, gelang es uns, das
Handtuch zu behalten!!! Nun haben wir ein Beweisstück, dass
dieses großartige Konzert Wirklichkeit war. Thomas wurde vom
Publikum sehr herzlich empfangen. Er selbst fühlte sich bei uns
offensichtlich sehr wohl. Er bedankte sich mehrmals in
polnischer Sprache und dass Publikum war begeistert. Die
Veranstaltung war meiner Ansicht nach gut vorbereitet.
Lobenswert war die Beleuchtung der Bühne sowie eine kleine
Plattform vor der Bühne, auf die Thomas ab und an Mal sprang und
dadurch näher am Publikum war. Das Konzert war ein echt
unvergessliches Erlebnis, vor allem, weil Thomas sehr nah zu sein
schien. Manche Leute, u.a. Journalisten, standen auf der
anderen Seite der Absperrungen und versperrten den Fans
teilweise den Blick auf Thomas und seine Band. Sie
machten Fotos und filmten die Show und sogar das Publikum. Unter
diesen Leuten entdeckten wachsame Augen der Fans von Modern
Talking Karim Maataoui, den Sänger der Band Touche. Ob er es
tatsächlich war oder nicht, bleibt bis heute offen.

Einigen
Fans, ich war unter den Glücklichen leider nicht, gelang es nach
dem Konzert, in das Schulgebäude, wo Thomas sich vor und nach
der Show aufhielt, einzuschleichen. Sie machten Fotos mit Thomas
und bekamen Autogramme von ihm. Wir schossen ein
„Familienfoto” der Forenmitglieder als Erinnerung an das nette
Zusammentreffen. Schließlich passierte es zum ersten Mal, dass
wir uns fast alle live getroffen haben. Ich hoffe, dass sich uns
bald eine
weitere Gelegenheit zum Treffen bieten wird. Nach dem Konzert
unterhielten wir uns mit einigen Einwohnern von Belchatow, die
von Thomas’ Auftritt einfach nur begeistert waren, denn es gab
auf dem Konzert nicht nur Fans, sondern auch zufällige
Zuschauer.
Müde von der langen Reise und dem Toben auf dem
Konzert begaben wir uns Richtung Busbahnhof, der um diese Zeit
ziemlich verlassen wirkte. Von dort fuhren wir in eine Stadt,
aus der wir einen Zug nach Hause hatten. Auf der Heimfahrt
schauten wir uns Bilder an, die wir während des Konzertes
gemacht hatten. Wir ließen den ganzen unglaublichen Tag und das
Konzert Revue passieren. Nach der Heimkehr ließ ich die zu Hause
verbliebenen Fans an meinen Erlebnissen teilhaben, indem ich
einen kleinen Konzertbericht in die Foren postete.
Nun bleibt es uns nur noch den Ruf des Belchatower Publikums zu wiederholen: „We
want more!!!” und zu warten, bis Thomas wieder mit einem Konzert
nach Polen kommt.
©
Text: Agata Teresinska
/
Übersetzung: Dagmara Kudera
©
Fotos: Beata Bandoszek und Agata Teresinska
Wir danken Agata, Dagmara und Beata ganz herzlich für den tollen
Bericht und die schönen Fotos.
|