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         Thomas in der Mangel... Talkrunde auf der Fanclubparty (2)

            


Pinwand: Wir haben festgestellt, dass du in letzter Zeit sehr viele Projekte angestoßen bzw. ausprobiert hast. Das kam bei einigen Leuten nicht ganz so gut an, andere hingegen waren begeistert. Machst du dir dabei Gedanken und überlegst dir auch mal, dass darunter auch ein paar Fans wegfallen. Fällt dir das auf, nach dem Motto: 20 Jahre waren sie bei mir und plötzlich sind sie weg? 


Thomas: Das ist der ganz normale Lauf der Zeit. Es gibt Ehepaare, die sind 20 Jahre verheiratet und plötzlich ist sie weg. Es ist unmöglich es allen Recht zu machen. Wenn sich einer entscheidet und sagt: Ich will nicht mehr! … was soll ich dann tun? Soll ich hinschreiben und sagen: Ach bitte bitte bleib doch Fan. Das geht nicht. Das ist ja auch ein Gefühl was man hat. Und wenn sich diese Person eben nicht mehr so aufgehoben fühlt, dann hatten wir eine wunderschöne Zeit zusammen. Der Weg geht dann eben weiter und man hat sich anders orientiert. Was aber meine vielen Aktivitäten betrifft, finde ich es in der heutigen Zeit schon wichtig, dass man vielseitig ist. Es können nämlich nicht so viele so vieles machen. Es gibt ganz viele, die können nur eines machen und das andere nicht. In unserer schnelllebigen Branche bzw. Entertainment, was wir haben, ist es wichtig, dass man viele Dinge tut. Ich glaube nicht, dass ich heute in Deutschland noch so bekannt wäre, wenn ich mich nur auf eine einzige Sache konzentrieren würde. Man sieht die Vielseitigkeit ja auch bei anderen Künstlern. Ich bin eben ein Teil der Entertainment-Palette und nicht nur eine Sparte daraus. 


Pinwand: Wo suchst du die Inspiration, um solche Sachen zu machen? Wie ist das wenn ein Angebot kommt, sagst du immer JA oder denkst du auch mal Na ja…?

Thomas: Also würde ich immer JA sagen, dann müsste das ja dreimal so lang sein. Das geht nicht. Man sucht das für sich aus, wo man denkt: Da hätte ich Lust zu, dass macht Spaß und es ist auch gut für den Künstler, für das Image des Künstlers Thomas Anders. Du kannst nur hoffen, dass es dann auch den Fans gefällt. 


Pinwand: Es kam das Thema auf: Bitte nie Dschungel-Camp, Stars on Ice oder ähnliches…


Thomas: Da habe ich auch nicht das große Interesse. Im letzten Jahr Oktober wurde ich wieder für den Dschungel angefragt und ich habe gesagt, dass sie sich bitte das Geld sparen sollen mich anzurufen. Es wird niemals passieren. Beim Promi-Minigolfen saß ich mit Bernhard Hoecker, Horst Lichter und wir haben auch über den Dschungel gesprochen. Das sagte Hoecker auch: "Wie weit muss ein Künstler gerutscht sein, um so was zu machen?" Auf der anderen Seite gibt es bestimmt auch wieder ganz viele die sagen: Warum machen diese Künstler (also WIR) Promi-Minigolfen? Klar… nur wir machen Unterhaltung. Ich finde, solange ich meine Würde als Mensch nicht verliere, darf ich meine Unterhaltung machen. Beim Minigolfen verliere ich nicht meine Würde. Da kann ich mich vielleicht doof anstellen. Die Menschen wollen unterhalten werden und wir sind nun mal die Gaukler und Minesänger der Neuzeit. Dann darf man sich nicht so ernst nehmen. Wenn ich nur intellektuell und kulturmäßig rüberkommen möchte, dann muss ich ein Sachbuch schreiben und darf mich nur noch in Polit-Talkshows rum treiben. 


MT-Fans: Machen dir Anerkennungsbeweise von Fans, z.B. Briefe viel Freude und gibt es darunter welche, die dir lange in Erinnerung bleiben bzw. geblieben sind?

Thomas: Ja, da gibt es immer wieder Briefe die einem in Erinnerung bleiben... besonders wenn es um Schicksale geht. Nicht nur das dieses Schicksal den Menschen passiert ist sondern auch das Problem, dass sie mir das schreiben. Ich habe ja nun wirklich nicht so den nahen Bezug. Sie haben anscheinend niemanden in der Familie mit dem sie das Problem besprechen können. Das berührt mich zum Teil. Ich kann das Problem aber nicht lösen. Dadurch das es mir geschrieben wurde ist es ja nicht aus der Welt. Wenn ich ein Problem habe, dafür habe ich doch Familie und Freunde mit denen ich darüber reden kann. Gibt es das denn dort nicht? Das bleibt mir oft im Kopf, wo ich denke, dass das sehr traurig ist. 


TAO: Ich denke da sind wir einfach bei diesem Thema, was für einen großen Einfluss du zum Teil auf die Fans hast…


Thomas: Klar…. Nur ich kann natürlich nicht hingehen und ich kann nicht jeden Tag die kompletten Briefe durchlesen. In einer ruhigen Phase nehme ich mir schon mal einen Stapel Briefe und lese sie auch durch aber ich kann das nicht jeden Tag machen. Dann ginge zuviel Zeit drauf. 


Pinwand: Reagierst du dann auf solche Briefe, die dich berühren und wo du denkst: Ich kann da vielleicht einen Rat geben oder fällt es unter den Tisch?


Thomas: Selten. Ich mache es nicht so oft. Ich muss dann schon eine Verzweiflung erkennen. Also bitte nicht irgendwie anfangen und ein Tütchen Tränen mitschicken. Ich kann z.B. nicht darauf antworten, wenn der Kanarienvogel ins Becken gefallen ist. Das ist natürlich traurig aber wo soll ich da anfangen? Soll ich sagen: "Oh mein Gott, dass tut mir aber auch furchtbar leid…" Würde ich das machen, dann hätte ich 2 Tage später einen Brief und man würde mich fragen, wo man vielleicht einen neuen Kanarienvogel kaufen kann. Das geht nicht. Wenn es manchmal persönliche und tiefe Schicksale sind, dann antworte ich aber schon mal. 


TAO: Du bist unheimlich viel auf der ganzen Welt unterwegs. Auf der anderen Seite wissen wir auch, dass du unglaublich Heimat verbunden bist, dich hier wohl fühlst, dein Umfeld brauchst, deine Freunde, deine Familie… Würdest du dich eher als Patriot oder als Bürger der Welt bezeichnen?


Thomas: Ich bin ein Weltbürger mit patriotischem Herzen. Weltbürger ist man in dem Moment schon, wenn man sich sehr gut auskennt. Man muss nicht jedes Land bereist haben, wenn man im Grunde weiß um was es geht… politisch, gesellschaftlich, sozial. Man ist Weltbürger, wenn man sich mit diesen Themen auch beschäftigt und man ist es auch, wenn man (egal wo man hinkommt) sich zu Recht findet und weiß sich zu bewegen. Ich finde es trotzdem wichtig, die Liebe zur Heimat zu haben. Man darf ruhig dazu stehen und sagen: Ich fühle mich da wohl, da möchte ich mich zu Hause fühlen und zu Hause fühlen heißt ja auch sich geborgen fühlen. 


TAO: Gibt es für dich überhaupt irgendeinen Grund deine Heimat oder dein Umfeld zu verlassen und ganz woanders deine Zelte aufzuschlagen? 


Thomas: Momentan gibt es das nicht. Ich würde aber, wenn Deutschland in eine politische Strömung gehen würde, die ich für mich nicht vertreten wollte oder ich nicht möchte, dass mein Kind dort aufwächst... dann würde ich auch weggehen. Das wäre einfach nicht das richtige. Ich würde aber nicht weggehen, weil ich mich übers Finanzamt ärgere. 


MT-Online: Wir haben gehört, dass du im letzten Jahr ein Buch-Deal unterschrieben hast. 


Thomas: Da habt ihr was Komisches gehört.  


MT-Online: Ist dir in dem Zusammenhang der Name Petra Hermanns ein Begriff?

Thomas: Ja... aber das ist die Buchagentin von Claudia und die beiden haben zusammengearbeitet. Ich habe keinen Vertrag unterschrieben. Ich werde zwar immer wieder gefragt aber man braucht einfach Zeit und Muße so was zu machen. Ich kann es mir zwar vorstellen. Aber für mich ist es so... wenn ich ein Buch schreibe, dann möchte ich es auch selbst schreiben. Dafür müsste ich mich aber mindestens 2-3 Monate zurückziehen und gar nichts machen... außer eben dieses Buch. Du kannst ja jetzt nicht anfangen und sagen: "Hey, ich bin so geil ich schreib jetzt mal ein Buch." Klar kann man irgendeinen Schund tippen aber wenn man was Gutes machen will, dann glaube ich das nicht. 


Pinwand: Thema Heutige Welt: Die Menschen haben kein Herz mehr und reagieren nur noch wie Roboter. Außerdem ist die ganze Welt wie Stahl. Wie siehst du das? 

Thomas: Hm… die, die wir hier sitzen… haben wir kein Herz? Niemand ist aus Stahl, jeder hat seine Eigenarten. In schwierigen Ländern, die politisch nicht auf der Sonnenseite stehen, kommen oft solche theatralischen Ausschmückungen. Ich wollte jedenfalls nicht im Mittelalter gelebt haben. Und Ratten, Pest, Cholera, Dreck und Schmutz… Man kann nicht sagen, dass die Menschen früher mehr Herz hatten. Wir sind nicht unfehlbar, wir werden immer unsere Probleme haben, dass ist aber menschlich. Da werden wir nichts dran ändern. Das sehe ich ein bisschen zu krass. Sicher kann man sagen, dass es ein paar Idioten unter uns gibt aber dann will ich versuchen es besser zu machen. 


Pinwand: Du persönlich siehst keinen Unterschied in deiner Vergangenheit, dass du sagen würdest, dass die Welt anders reagiert?


Thomas: Nein, was heißt anders? Das Leben ist eine Einbahnstrasse und wir müssen uns unterordnen. Was sich verändert hat, ist unser Internet-Zeitalter. Das macht uns natürlich zu schaffen. Unsere Evolution vom Verstehen und vom Kopf her, dass kann momentan gar nicht mithalten mit dem, was durch unser Computer-Zeitalter geboten wird. Das ist so schnell, man muss sich erstmal dran gewöhnen. Vor 15 Jahren war es noch so: Man hatte Fax und Post. Man hat einen Brief geschrieben, z.B. hat man diesen Brief montags weggeschickt und mit viel Glück war er dienstags da. Dann hatte ich ihn auf dem Schreibtisch und dachte: OK, ich muss darauf reagieren… mach ich mal morgen. Mit viel Glück war die Antwort dann freitags beim Empfänger. Beim Fax mussten wir schon schneller reagieren. Aber was ist heute? Heute mache ich mit einem Klick eine E-Mail und es kommt sofort an und wenn ich dann nicht innerhalb von 2 Stunden reagiert habe, kommt die nächste Mail, wo drin steht: "Hast du meine E-Mail nicht gekriegt? Ich brauche dringend deine Antwort." Und wenn das nicht funktioniert, kriegt man eine SMS aufs Handy: "Wahrscheinlich sitzt du nicht am Computer, ich brauche dringend eine Antwort." Ich habe gar nicht die Zeit mir das richtig zu überlegen. Manchmal muss man sich auch Zeit lassen. Es geht nicht um eine Info… diese schnell rüberzureichen. Heutzutage werden ja auch Liebebriefe per Mail ausgetauscht bzw. macht man per Handy Schluss. Das hat doch alles keine Kultur mehr. 


MT-Fans: Welcher Tag war für dich der beste bzw. schönste bei oder mit Modern Talking?


Thomas: Ach, da gibt es viele. Mit Sicherheit, wenn du auf Nummer eins gehst oder GOLD machst. Oder auch, wenn du einen großen Erfolg gehabt hast, z.B. Budapest (vor 215.000 Leuten)... das war schon ein tolles Erlebnis. Das sind meistens diese Tage, wo man sich bewusst wird, dass war jetzt nicht selbstverständlich. Das ist nichts, was ich nächste Woche auch haben werde. Sondern es war was Besonderes. Das sind die Momente, die in Erinnerung bleiben. 


TAO: Du kannst dir sicherlich sehr viel erfüllen, was andere nicht unbedingt können, bist in manche Dinge eingepresst, die nicht anders gehen aber wenn man dir sagen würde, du könntest eine andere Person/ Persönlichkeit sein… wer wärst du gern?


Thomas: Bum… Schwer zu sagen. Ich würde auf jeden Fall etwas sein wollen, was das Gegenteil von mir ist.  Ich würde dann wahrscheinlich nicht in der Branche arbeiten wollen sondern mal einen Beruf machen, wo ich nicht bekannt bin, wo ich nicht kreativ sein muss… 


TAO: Also wie bei „Inkognito“ ein Nobody…

Thomas: Aber geht's dann auch ein bisschen hübscher? Ich habe mich ja direkt beschwert. Ich sagte: "Könnt ihr aus mir keinen George Clooney machen, warum muss ich da so ein alter…."


TAO: Weil George Clooney nicht so lustig gewesen wäre. Die haben ja auch an uns gedacht ;-)


Thomas: Ja stimmt, lustig war es. 

TAO: Wer weiß was gewesen wäre, wenn bei Claudia George Clooney erschienen wäre?


Thomas: Hm, wir können die Frage ja mal weitergeben…


Claudia: Ich lasse sie mal im Raum stehen…

MT-Online: Modern Talking kann man nicht neu erfinden. Kannst du dir noch mal ein zweites Comeback vorstellen?

Thomas: Nein… absolut nicht!!!


"So, dass war's jetzt! Der Grund warum wir diese Runde machen ist natürlich der, dass wir sonst immer mit den Mikros durch die Reihen gegangen sind, wo zum Teil auch etwas komische Fragen kamen. Unter anderem z.B. Wie alt ist dein Hund? Wie oft badest du ihn? Das ist in gewisser Weise zwar lustig aber ich glaube wir sind jetzt alle älter und reifer und können auch mal eine dreiviertel Stunde lang eine Frage- und Antwort-Runde mitmachen. Ich finde das sehr gut. An dieser Stelle bedanke ich mich sehr herzlich bei Astrid, Claudia, Dirk und Claudia. Ich hoffe es hat euch allen ein bisschen Informationen gebracht und ihr könnt etwas beruhigter nach Hause gehen. Vielleicht gab es ja auch Bemerkungen von mir, die euch zum Nachdenken anregen oder ihr denkt jetzt: "Mensch der hat ja voll einen an der Klatsche." Ihr seid frei, ihr könnt entscheiden. Ich sage nochmals DANKESCHÖN und ich hoffe, dass wir uns im nächsten Jahr wieder sehen."

                                        Wir werden dieser Einladung auf jeden Fall gern folgen!

 

                                                   © Fotos und Text: ThomasAnders-Online
                                                           

 

 

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