Koblenz: Seine
Tourneen führen ihn um den halben Globus. Doch Anfang Februar
haben seine Fans wieder einmal die Gelegenheit, Thomas Anders in
seiner Heimatregion bei einem Konzert zu erleben. Am Sonntag, 6.
Februar, beginnt um 13 Uhr ein Konzert mit dem Motto „The
Gentleman of Music“ am Nürburgring – eine Veranstaltung im
Rahmen der Reihe „Ring-Kultour“, die verschiedene Künstler in
die neuen Veranstaltungsräume der runderneuerten Rennstrecke
führen soll. Nach dem Konzert wird Anders gegen 15 Uhr auch
Autogramme geben.
Im Gespräch mit unserer Zeitung geht es um seine persönliche
Beziehung zum Ring und um seine aktuellen musikalischen Pläne.
Herr Anders,
Sie sind nicht weit vom Nürburgring entfernt aufgewachsen.
Spielt die Rennstrecke in Ihren persönlichen Erinnerungen eine
besondere Rolle?
Der Ring ist
eine Welttraditionsstrecke. Und damals, als Jugendlicher, war
klar: Sobald man den Führerschein hatte, musste man auch mal zum
Ring fahren, Benzin schnuppern, quietschende Reifen hören…
Sind Sie
selbst auch schon mal über den Ring gerast?
Ich habe das
früher einmal gemacht – über die Nordschleife. Aber nicht auf
Zeit, nicht volles Tempo. Das hätte ich mich nicht getraut.
Später dann bin ich mal mit einem Freund, der auch
Rennfahrer-Seminare anbietet, als Beifahrer mitgefahren. Der
Nürburgring gehört einfach zu unserer Region dazu. Wir sind ja
nah dran.
Fahren Sie
gern schnell?
Wenn Sie meine
Freunde fragen, werden die vielleicht sagen, dass ich gern
schnell fahre. Ich finde aber, ich fahre eher defensiv als
aggressiv. Ich liebe es, dahinzugleiten, statt zu rasen. Ich
finde, so 170 Kilometer pro Stunde sind eine gute
Reisegeschwindigkeit – wenn es denn überhaupt geht. Da kann man
sich noch unterhalten. Ich habe aber auch schon gemerkt: Wenn
man in einem schnellen Auto sitzt, dann verändert das den
Fahrstil. Je lebendiger ein Auto ist, je schneller es anfährt,
umso schneller geht man dann auch damit um.
Jetzt kommen
Sie jedenfalls an den Nürburgring zurück – als Sänger. Was
erwartet die Gäste?
Popmusik. Das
Programm bietet einen Querschnitt durch 25, 26 Jahre Thomas
Anders. Wir spielen neue Sachen, eigene Sachen, natürlich auch
Songs von Modern Talking. Thomas Anders auf der Bühne ohne „You’re
my heart, you’re my soul“, das geht ja gar nicht.
Bei den
Annoncen steht, Sie werden begleitet von der „Modern Talking
Band“. Was bedeutet das?
Da sind Leute
dabei, die schon seit vielen, vielen Jahren mit mir unterwegs
sind, einige auch aus der Modern-Talking-Zeit. Solche also, die
bei mir geblieben sind und nicht auf die „Seite des Bösen“
gewechselt haben (lacht).
Am Tag vor dem Ring-Konzert steigt in Koblenz wieder Ihr
alljährlicher Fan-Tag. Was bekommen Ihre treuen Anhänger da
geboten?
Wir wollen ja
immer etwas Neues machen. Es hab schon große Konzerte, auch
kleinere Auftritte mit einer Jazzformation. Diesmal machen wir
in der Kulturfabrik eine „Thomas Anders Modern Talking Disco“.
Ein DJ legt alle Hits auf, alles, was so dazu gehört. Damit
erfüllen wir die Wünsche einiger Fans – die fanden es immer
schade, wenn nach dem Fan-Day-Konzert so früh Schluss war.
Diesmal geht es bis in die Nacht. Ich werde mich nur irgendwann
zurückziehen müssen, um am nächsten Tag für den Ring fit zu
sein. Es gibt auch einen eigens kreierten
Thomas-Anders-Cocktail.
Was ist da
drin?
Ich weiß es noch nicht. Aber damit mir ein Cocktail schmeckt,
muss er fruchtig sein. Ich mag diese sahnigen, milchigen Sachen
nicht.
Sie nehmen
derzeit ein neues Album auf. Wie wird es?
Es wird ein
Pop-Album. Und es wird verdammt gut, da lege ich mich fest. Ich
arbeite in Berlin mit Uwe Fahrenkrog-Petersen zusammen, der
früher für Nena geschrieben und gespielt hat. Und Uwe hat
wirklich die besten Komponisten der Welt zusammengetrommelt. Das
macht viel Spaß.
Sie waren in
den vergangenen Jahren oft beim „Eurovison Song Contest“ im
Einsatz – als Moderator, wie als Künstler. Freuen Sie sich jetzt
auf das Finale in Deutschland?
Ja klar. Ich
habe mich sehr über Lenas Sieg gefreut. Ich weiß noch, ich saß
in Moskau in einer Hotelhalle und konnte es kaum glauben, als
die ersten „Germany: twelve points“- Meldungen eintrudelten. Als
Lena in der Tabelle vorn lag, dachte ich, dass müsste ein früher
Zwischenstand sein. Leider weiß ich noch nicht, wo ich sein
werde, wenn jetzt das Finale steigt. Wenn ich zu Hause bin,
schmeiße ich auf jeden Fall eine Grand-Prix-Party.
Das Gespräch
führte Tim Kosmetschke
Quelle:
„Rhein-Zeitung“, Gesamtausgabe vom 20.01.2011, Seite 32
Wir bedanken
uns für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieses
Artikels.