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Thomas Anders: Pop am Ring
 
Der Koblenzer Musikstar über sein Gastspiel an der Rennstrecke
und seine neuen Projekte

(
Rhein-Zeitung vom 20.01.2011)
 


                                                        
Koblenz: Seine Tourneen führen ihn um den halben Globus. Doch Anfang Februar haben seine Fans wieder einmal die Gelegenheit, Thomas Anders in seiner Heimatregion bei einem Konzert zu erleben. Am Sonntag, 6. Februar, beginnt um 13 Uhr ein Konzert mit dem Motto „The Gentleman of Music“ am Nürburgring – eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Ring-Kultour“, die verschiedene Künstler in die neuen Veranstaltungsräume der runderneuerten Rennstrecke führen soll. Nach dem Konzert wird Anders gegen 15 Uhr auch Autogramme geben.

Im Gespräch mit unserer Zeitung geht es um seine persönliche Beziehung zum Ring und um seine aktuellen musikalischen Pläne. 

Herr Anders, Sie sind nicht weit vom Nürburgring entfernt aufgewachsen. Spielt die Rennstrecke in Ihren persönlichen Erinnerungen eine besondere Rolle?

Der Ring ist eine Welttraditionsstrecke. Und damals, als Jugendlicher, war klar: Sobald man den Führerschein hatte, musste man auch mal zum Ring fahren, Benzin schnuppern, quietschende Reifen hören… 

Sind Sie selbst auch schon mal über den Ring gerast?

Ich habe das früher einmal gemacht – über die Nordschleife. Aber nicht auf Zeit, nicht volles Tempo. Das hätte ich mich nicht getraut. Später dann bin ich mal mit einem Freund, der auch Rennfahrer-Seminare anbietet, als Beifahrer mitgefahren. Der Nürburgring gehört einfach zu unserer Region dazu. Wir sind ja nah dran. 

Fahren Sie gern schnell?

Wenn Sie meine Freunde fragen, werden die vielleicht sagen, dass ich gern schnell fahre. Ich finde aber, ich fahre eher defensiv als aggressiv. Ich liebe es, dahinzugleiten, statt zu rasen. Ich finde, so 170 Kilometer pro Stunde sind eine gute Reisegeschwindigkeit – wenn es denn überhaupt geht. Da kann man sich noch unterhalten. Ich habe aber auch schon gemerkt: Wenn man in einem schnellen Auto sitzt, dann verändert das den Fahrstil. Je lebendiger ein Auto ist, je schneller es anfährt, umso schneller geht man dann auch damit um.

Jetzt kommen Sie jedenfalls an den Nürburgring zurück – als Sänger. Was erwartet die Gäste?

Popmusik. Das Programm bietet einen Querschnitt durch 25, 26 Jahre Thomas Anders. Wir spielen neue Sachen, eigene Sachen, natürlich auch Songs von Modern Talking. Thomas Anders auf der Bühne ohne „You’re my heart, you’re my soul“, das geht ja gar nicht. 

Bei den Annoncen steht, Sie werden begleitet von der „Modern Talking Band“. Was bedeutet das?

Da sind Leute dabei, die schon seit vielen, vielen Jahren mit mir unterwegs sind, einige auch aus der Modern-Talking-Zeit. Solche also, die bei mir geblieben sind und nicht auf die „Seite des Bösen“ gewechselt haben (lacht).

Am Tag vor dem Ring-Konzert steigt in Koblenz wieder Ihr alljährlicher Fan-Tag. Was bekommen Ihre treuen Anhänger da geboten?

Wir wollen ja immer etwas Neues machen. Es hab schon große Konzerte, auch kleinere Auftritte mit einer Jazzformation. Diesmal machen wir in der Kulturfabrik eine „Thomas Anders Modern Talking Disco“. Ein DJ legt alle Hits auf, alles, was so dazu gehört. Damit erfüllen wir die Wünsche einiger Fans – die fanden es immer schade, wenn nach dem Fan-Day-Konzert so früh Schluss war. Diesmal geht es bis in die Nacht. Ich werde mich nur irgendwann zurückziehen müssen, um am nächsten Tag für den Ring fit zu sein. Es gibt auch einen eigens kreierten Thomas-Anders-Cocktail.  

Was ist da drin?

Ich weiß es noch nicht. Aber damit mir ein Cocktail schmeckt, muss er fruchtig sein. Ich mag diese sahnigen, milchigen Sachen nicht.  

Sie nehmen derzeit ein neues Album auf. Wie wird es?

Es wird ein Pop-Album. Und es wird verdammt gut, da lege ich mich fest. Ich arbeite in Berlin mit Uwe Fahrenkrog-Petersen zusammen, der früher für Nena geschrieben und gespielt hat. Und Uwe hat wirklich die besten Komponisten der Welt zusammengetrommelt. Das macht viel Spaß. 

Sie waren in den vergangenen Jahren oft beim „Eurovison Song Contest“ im Einsatz – als Moderator, wie als Künstler. Freuen Sie sich jetzt auf das Finale in Deutschland?

Ja klar. Ich habe mich sehr über Lenas Sieg gefreut. Ich weiß noch, ich saß in Moskau in einer Hotelhalle und konnte es kaum glauben, als die ersten „Germany: twelve points“- Meldungen eintrudelten. Als Lena in der Tabelle vorn lag, dachte ich, dass müsste ein früher Zwischenstand sein. Leider weiß ich noch nicht, wo ich sein werde, wenn jetzt das Finale steigt. Wenn ich zu Hause bin, schmeiße ich auf jeden Fall eine Grand-Prix-Party.

 

Das Gespräch führte Tim Kosmetschke 

Quelle: „Rhein-Zeitung“, Gesamtausgabe vom 20.01.2011, Seite 32

Wir bedanken uns für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung dieses Artikels.


 

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