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Thomas gab Interview in der Rhein Zeitung  


"Max kann weltweit beeindrucken"

"Germany - twelve points!" Möglichst oft soll diese Wertung am Samstag erklingen, wenn Max Mutzke beim "Eurovision Song Contest" startet. Die Punkte aus Deutschland wird der Koblenzer Thomas Anders verlesen, der Max seit dessen erstem TV-Auftritt kennt. Die Rhein-Zeitung sprach mit ihm über Grand-Prix-Hoffnungen und aktuelle Projekte.

Zurzeit etablieren Sie eine neue Form des Show-Auftritts: In der vergangenen Woche grüßten Sie täglich als Sänger bei Raabs "TV Total". Haben Sie die täglichen Auftritte mit den neuen Songs genossen?
Ganz so neu ist diese Idee nicht, denn schon andere tolle Kollegen haben die Möglichkeit genutzt, die Zuschauer mit der wirklich sensationellen Raab-Band in die Werbepause zu schicken und wieder aus dieser zu empfangen. Und es macht Abend für Abend immer wieder neu Spaß, hier wirklich handgemacht und ohne doppelten Boden live "Gas zu geben". Und so habe ich gleich nicht nur die Möglichkeit, meine aktuelle Single "Tonight is the night", sondern gleich mehrere Songs aus meinem aktuellen Album "This Time" zu präsentieren.

Sind Sie bisher mit dem neuen Album zufrieden?
Sehr. Wir haben uns für Deutschland sehr realistische Ziele gesetzt - und diese mehr als erreicht: Wir sind in den vorderen Plätzen eingestiegen und haben einen wichtigen Grundstein für meine Solo-Karriere gelegt. Völlig begeistert sind wir von der Entwicklung im Ausland. Dort war ich, nicht zuletzt durch meine Live-Präsenz, ohnehin der visuelle Kopf von Modern Talking, so dass ich dort teils wochenlang Nummer-eins Platzierungen erreicht habe.


Was planen Sie als Nächstes? Eine Tour in Deutschland, Europa, der Welt?

Ich habe gerade die ersten Konzerte im Ausland hinter mir, Anfang Juni geht es in Deutschland live los, zunächst mit Shows in Berlin (11. Juni) und Oberhausen (12. Juni). Und dann weiter nach Südamerika, Spanien, Polen und Russland. Bis Jahresende sind es knapp 60 Shows.

Zum Grand Prix: Sie kennen Max seit seinem ersten Auftritt bei "TV Total". Warum hat er das "Casting" gewonnen? Welche besonderen Qualitäten - auch über seinetolle Stimme hinaus - bringt er mit?
Hand aufs Herz: Darüber habe ich mir bis heute nie Gedanken gemacht: für Joy, Stefan und mich war das musikalische Potenzial allein entscheidend. Und das ist in einem so hohen Maße vorhanden, dass sich Deutschland mit mehr als 90 Prozent einig war, wer beim Grand Prix antreten soll.
 

Welche Chancen geben Sie ihm beim "Eurovision Song Contest" in Istanbul?
Ich muss gestehen, ich wäre persönlich enttäuscht, wenn er nicht in die Top 5 kommen würde. Aber: Das Publikum allein entscheidet, und deshalb warten wir es einfach ab. Ich halte diese urdeutsche Unsitte, immer gleich mit allerhöchster Erwartungshaltung an junge Menschen heranzugehen, ohnehin für gefährlich.
 

Kann er ein internationales Publikum beeindrucken?
Warum nicht? Oder sind Sympathien und Antipathien zwischen einzelnen Ländern nicht viel entscheidender für den GP-Erfolg.

Unabhängig von der von Ihnen angeführten Sympathie- Frage wird Talent auf der ganzen Welt anerkannt - und somit bin ich überzeugt, dass Max weltweit beeindrucken kann. Ich denke, dass Ihre Frage anders hätte gestellt werden müssen. Denn sicher haben viele der übrigen Länder ein völlig anderes Musikverständnis als wir Deutschen. So wie man hier Schwierigkeiten hat, traditionelle russische oder fernöstliche Volkslieder als Pop-Musik zu verstehen, so geht es den Russen und Asiaten mit unseren Volksliedern.

Sie werden die "deutschen Punkte" verlesen - was bedeutet diese Aufgabe für Sie? "Business as usual"?
Mhmmmm. Schwierige Frage. Einerseits habe ich ja wirklich schon ein bisschen was erlebt. Die wenigsten Ihrer Leser wissen, dass ich bereits Mitte der Neunziger die Hauptrolle in dem schwedischen Kino-Hit "Stockholm Marathon" gespielt habe. Ein paar mehr wissen vielleicht, dass ich seit einigen Wochen eine Neu-Ausstrahlung der 80er-Kult-Serie "Formel Eins" moderiere - und das zumindest so respektabel, dass man mich gleich für eine weitere Staffel im Herbst verpflichtet hat. Doch der Grand Prix ist seit meiner Kindheit etwas "Heiliges", und alleine deshalb kann dies kein "Business as usual" sein.


Haben Sie Spielräume, um etwa eine persönliche Note einzubauen? Oder sind Ihre "Worte" genau vorgeschrieben?
Lassen Sie sich überraschen, so lange ist es ja nun wirklich nicht mehr hin ...
 

Ganz ehrlich: Wären Sie lieber mit nach Istanbul gefahren, statt von Deutschland aus die Punkte zu verteilen?
Um was zu tun? Um Max das "Händchen" zu halten? Das braucht er nicht. Außerdem möchte ich ehrlich sagen, dass es mich die Herausforderung der Grand-Prix-Moderation schon sehr reizt.

Ihre Einschätzung: Auch wenn Max nicht gewinnt oder unter "ferner liefen" landet - wird er eine Karriere starten können?
Da möchte ich momentan gar nicht drüber nachdenken. Wir alle schicken Max mit besten Wünschen und Gedanken für Deutschland nach Istanbul. Und wir sind uns alle einig: Deutschland hat seit langem einen wirklich würdigen Vertreter gefunden.


Mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Zeitung
http://rhein-zeitung.de
Mittwoch, 12. Mai 2004, 11:02 © RZ-Online GmbH (to)


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